Eine Freundin sagte mal zu mir: "Ich würde gerne Kampfkunst trainieren, aber ich werde nie in ein Dojo gehen, das voll von Machos ist."

Ich erkannte, dass sie recht hatte. Es ist ein schwerer Schritt, wenn du dich als trans*, inter*, lesbisch, bi, genderqueer, *** oder cis-Frau identifizierst.

Seit ich meine Kampfkunstkarriere 1997 begann, war ich zu oft mit sexistischem Verhalten meiner Trainingspartner oder der Trainer konfrontiert. Ich lernte langsam, die sexistischen Bemerkungen zu überhören und nur noch an den Grund zu denken, aus dem ich trainierte: Weil ich es liebte. Trotzdem war es sehr hart und traurig: Wie oft habe ich mich im Training schon diskriminiert oder beleidigt gefühlt, hat es mir an Unterstützung gemangelt, habe ich mich nicht ernst genommen gefühlt und nicht willkommen in der Welt der Kampfkünste, nur weil ich kein cis-Mann bin!?

Diese Erfahrung ließ mich von dem Tag träumen, an dem Menschen endlich in feministischer Atmosphäre trainieren können. Dieser Traum brachte mich dazu, selbst Trainerin zu werden und eine andere Art des Training aufzubauen.

Unser Training soll einen Raum bieten, in welchem Selbstvertrauen und Gelassenheit entwickelt werden kann – unverzichtbare Eigenschaften, wenn mensch sich in bedrohlichen Situationen befindet.

Mit Euch zusammen will ich ein Combat Systema-Training aufbauen, in dem wir uns alle miteinander sicher und behaglich fühlen, voneinander lernen und miteinander wachsen.

Wenn du in dieser Atmosphäre trainieren willst, bist du in unserem Training willkommen!


WAS IST COMBAT SYSTEMA

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Combat Systema wurde von Kevin Secours gegründet und ist ein wissenschaftlich fundiertes Selbstverteidigungssystem. Systema ist eine Kampfkunst aus Russland, das « System » heißt, aber weit davon entfernt ist, eine strikt festgelegte Kampfkunstdisziplin zu sein. Anstatt Technik zu lehren, stehen Bewegungen und konstanter Fluss, sowie Improvisationsvermögen im Mittelpunkt. Combat Systema beinhaltet Training mit und ohne Waffen. Wichtige Aspekte sind Gewaltvermeidungsstrategien sowie Konfliktpsychologie. Fundament des Trainings ist das Verständnis von biomechanischen Prinzipien der Struktur und Bewegungen des menschlichen Körpers. Um unsere körperlichen und psychischen Fähigkeiten in Extremsituationen zu verbessern, nutzen wir im Combat Systema Stresstests.

Mehr über Combat Systema


UNSER TRAINING

Im Mittelpunkt stehen sowohl das Erlernen von Kampffähigkeiten mit und ohne Waffen und Atemübungen, als auch direkte und effektive Techniken der Selbstverteidigung. Wir werden lernen, stärker zu werden – körperlich und geistig. Wir werden Vermeidungsstrategien, psychische Übungen und Atemübungen praktizieren, welche uns helfen werden, stressigen Situationen gelassen und kontrolliert zu begegnen.

Wir trainieren nicht des Wettkampfs wegen. Im Combat Systema gibt es keinen Wettkampf. Wir trainieren, um uns gegenseitig zu stärken und bewusster gegenüber uns selbst und anderen zu werden. Wir trainieren nicht, um zu kämpfen, sondern um Kämpfe zu verhindern. Dennoch bereiten wir uns auch darauf vor, in Kämpfe verwickelt zu sein, falls wir jemals mit einer lebensbedrohlichen Situation konfrontiert werden sollten.